Besitzer der Schweizer Spitzenpferde konnten widerstehen
Für die Schweizer Springreiter erfolgt diese Woche am CSI Basel der Countdown in die Olympiasaison. Trotz Millionen-Offerten blieben die besten Pferde der Schweizer in deren Beritt, was Equipenchef Urs Grünig aufatmen lässt.
Mit den Stuten Nasa für Steve Guerdat und Una Traviatta für Beat Mändli kamen sogar zwei hoffnungsvolle Pferde dazu, was auch Erwartungen auf Spitzenplätze für den 3. CSI Basel vom 12. bis 15. Januar weckt. Die internationale Konkurrenz beim Fünfsterne-Turnier mit neun Weltranglisten-Springen ist allerdings gross. 20 der 25 bestklassierten Reiter der aktuellen Weltrangliste sind in der St. Jakobshalle am Start. Das Turnier mit insgesamt 930'000 Franken Preisgeld und dem höchstdotierten Hallen-Grand-Prix der Welt, dem mit 450'000 Franken dotierten GP der H. Moser & Cie, ist für die Springreit-Stars noch attraktiver geworden.
Millionen-Angebote abgewiesen
«Für einige unserer Spitzenpferde sind in den letzten Wochen und Monaten lukrative Angebote aus dem Ausland, vor allem aus dem kauffreudigen Orient eingegangen», weiss der Schweizer Equipenchef Urs Grünig. «Aber Carlina, Louis, Verdi, Uptown Boy oder Kiamon bleiben in unserem Land und stehen uns für die Olympischen Spiele in London zur Verfügung, sofern sie gesund bleiben und in Form sind.»
Sowohl der in der Schweiz ansässige Belgier François Leiser (Besitzer von Pius Schwizers Carlina) oder der Thurgauer Unternehmer Paul Bücheler (Besitzer von Beat Mändlis Louis) haben lukrative Offerten in der Höhe von zwei bis fünf Millionen Franken kaufwütiger ausländischer Interessenten ausgeschlagen.
Ende Dezember 2011 war Transferschluss für Olympiapferde. Der Handel blühte. Grünig: «Die Besitzer unserer Spitzenpferde sind aber erfreulicherweise standhaft geblieben. Ohne solche Leute wäre die Reitnation Schweiz auf höchster Stufe nicht konkurrenzfähig. Ohne Spitzenpferde sind von unseren Spitzenreitern keine Spitzenresultate möglich.» sda/nigst/ 12.1.2012
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Isenbart verstorben: «Stimme des Pferdesports»
Der deutsche Reitsport trauert um eine seiner großen Persönlichkeiten. Hans-Heinrich Isenbart, die "Stimme des Pferdesports", verstarb am ersten Weihnachtstag im Alter von 88 Jahren in Hamburg. Isenbart hatte hoch zu Ross keine Erfolge vorzuweisen, gehörte aber als TV- und Rundfunkkommentator in den vergangenen 60 Jahren zu den bekanntesten Repräsentanten des deutschen Reitsports.
Mit seiner sonoren und eindringlichen Stimme berichtete Isenbart für die ARD seit Olympia 1956 in Stockholm bis zu seinem Ruhestand 1987 regelmäßig von nahezu allen reiterlichen Großereignissen. Dank seiner engagierten Berichterstattung verdiente er sich schnell den Beinamen "Stimme des Pferdesports". Kaum ein Zweiter konnte so brillant die Faszination des Pferdesports beschreiben. Dabei ging es Isenbart stets um das Wohl des Pferdes. Eine ständige Mahnung in seinen Kommentaren lautete: "Vergessen Sie die Pferde nicht".
Für seine Verdienste um den Pferdesport wurde der Jurist, Journalist, Reitlehrer, Kommentator, Buchautor und Filmemacher mehrfach ausgezeichnet. 1983 erhielt er von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung das Deutsche Reiterkreuz in Gold. 1997 kam das Verdienstkreuz erster Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens dazu. 2001 machte ihn das Deutsche Olympiade Komitee für Reiterei (DOKR) zu seinem Ehrenmitglied. sda/nigst/ 27.12.2011
Zylinder bleibt zu Hause - Isabell Werth reitet mit Helm
Die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt ist die Vorreiterin: Mit einem Helm auf dem Kopf sorgte Isabell Werth am Wochenende beim Reitturnier in Frankfurt für Furore. Die 42-Jährige überraschte das Publikum des klassischen Dressursports, in dem die Reiter traditionell mit Frack und Zylinder auf dem Pferd sitzen.
«Ich hatte die Idee schon Anfang des Jahres», erzählte Werth. Unfälle und die Geburt ihres Sohnes hätten sie zum Nachdenken gebracht. Die fünffache Olympiasiegerin glaubt, dass dies die Zukunft im Dressursport sein wird. Sie fühle sich sicherer, Unfälle seien schliesslich schnell passiert. Für U18-Reiter wird der Helm mit Beginn des neuen Jahres ohnehin Pflicht.
Bundestrainer Holger Schmezer ist kein Fan des Dressur-Helms. «Fragen Sie mich nicht, wie das aussieht», kommentierte er den ungewohnten Anblick. Die Nummer eins im Weltcup-Ranking, Patrik Kittel, will auf keinen Fall mit Helm auf dem Kopf in die Prüfungen starten. «Da kommt mein Gesicht nicht so zur Geltung», scherzte der Schwede, der in der Nähe von Münster lebt. Er reite im Training mit Helm, doch zur Prüfung gehöre für Kittel der Zylinder: «Da bin ich einfach altmodisch.» sda/nigst/ 19.12.2011
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Kino-Tipp: «War Horse»
Ein Junge und sein Pferd stehen im Mittelpunkt des neuen Films von Steven Spielberg - und der US-Regisseur hat offenbar ein besonderes Verhältnis zu den Tieren. «Wir leben mit Pferden. Jeden Morgen wache ich mit dem Geruch von Pferden in der Nase auf, schaue auf Koppeln, miste Ställe aus», sagte Spielberg, der am Sonntag (18.12.) 65 Jahre alt wird, im Interview mit dem Modemagazin «Vogue» (Januar-Ausgabe). Reiten will er aber lieber nicht: «Seit ich als Kind mal abgeworfen wurde, ist mir das suspekt.» Der Film «Gefährten» (War Horse) erzählt von der Freundschaft zwischen einem jungen Mann und seinem Pferd in der Zeit des Ersten Weltkriegs. Der Film soll voraussichtlich am 15. Januar in die Schweizer Kinos kommen.
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CSI Genf: Guerdat bester Schweizer im Weltcupspringen
Der Jurassier Steve Guerdat verpasst mit Nino des Buissonnets das Podest beim Weltcupspringen in Genf nach zwei makellosen Passagen um 0,27 Sekunden.
Am Schluss des Hauptevents in der Palexpo hatte der letzte Reiter die Nase vorn. Alvaro Miranda de Neto, der Gatte von Athina Onassis, gewann mit Drossel Dan sein erstes Weltcupspringen in Europa. Der 38-jährige Brasilianer pulverisierte mit seinem 13-jährigen Hannoveraner-Schimmel Drossel Dan die Bestzeit von Europameister Rolf-Göran Bengtsson (Sd) mit Casall noch um eine halbe Sekunde. Orient Express mit dem Franzosen Patrice Delaveau sicherte sich Rang drei.
Weitere Resultate vom Weltcup-Springen in Genf:
1. Alvaro Miranda de Neto (Br), Drossel Dan. 2. Rolf-Göran Bengtsson (Sd), Casall. 3. Patrice Delaveau (Fr), Orient Express. 4. Steve Guerdat (Sz), Nino des Buissonnets. - Ferner: 11. Claudia Gisler (Sz), Touchable. 12. Werner Muff (Sz), Kiamon (bester Turnierreiter). sda/nigst/ 12.12.2011
Der frühere Springreit-Weltmeister Sören von Rönne trauert um sein Pferd Cypriano. Das achtjährige Nachwuchspferd starb beim Turnier im dänischen Vilhelmsborg. "Er ist an einem Abriss der Aorta gestorben", sagte der 49-Jährige dem SID. Von Rönne hatte bei der WM 1994 in Den Haag mit Taggi Gold mit der Mannschaft und Bronze im Einzel geholt.
Anfang November war das Top-Pferd Hickstead von Olympiasieger Eric Lamaze (Kanada) beim Weltcup-Springen in Verona ebenfalls im Parcours gestorben. Auch bei dem 15 Jahre alten Hengst war ein Aortaabriss die Todesuersache.
Reitsport in Kritik
Der Tod von Weltklassepferd Hickstead Anfang November beim Weltcupspringen in Verona hat kontroverse Diskussionen zum Thema Reitsport ausgelöst. Laut einer repräsentativen Umfrage des Dortmunder Markt- und Meinungsforschungsinstituts «promit» im Auftrag des Sport-Informations-Dienstes (SID) stufen immerhin 39,1 Prozent der Befragten den Reitsport als Tierquälerei ein. Die Mehrheit (46 Prozent) bewertet das Unglück dagegen als einen tragischen, aber eher seltenen Einzelfall. sda/nigst/ 11.12.2011